Willkommen auf 60 Grad Nord...

Willkommen auf 60 Grad Nord…

…hier nämlich befinden sich die Shetland-Inseln. Genaugenommen lauten die Koordinaten korrekt 60 Grad Nord, 1 Grad West. Diese Position ist so weit vom restlichen Großbritannien entfernt, dass sich die Shetland-Inseln auf Landkarten vielfach nur noch als kleine Zusatzkarte irgendwo in einer Ecke wiederfinden.

Dabei umfasst das Archipel zwischen Schottland, Norwegen und den Färöern über 100 Inseln. In alle drei Richtungen ist es fast gleich weit: 338 Kilometer sind es nach Aberdeen an der schottischen Ostküste, 360 Kilometer bis nach Bergen in Norwegen, und zu den Nachbarn auf den „Schaffsinseln“ (Färöer) sind es auch „nur“ 365 Kilometer. Zentraler liegt im Nordatlantik niemand! Zudem befinden sich die Shetland-Inseln etwa auf derselben geografischen Breite wie die Südspitze Grönlands oder St. Petersburg in Russland.

Wer den Namen „Shetland-Inseln“ hört, denkt zunächst vermutlich an die berühmten Ponys, handgestrickte Pullover und eventuell Öl. Zugegeben, all dies spielt im nördlichsten Zipfel des United Kingdoms tatsächlich eine mehr oder minder große Rolle. Doch es gibt weitaus mehr, das eine Reise hierhin lohnt. Nicht umsonst erkor der Schottland-Reiseführer von Lonely Planet die Shetland-Inseln zu den „Top-Regionen dieser Welt, die man gesehen haben sollte“. Wer allerdings ein Miniatur-Schottland erwartet, dürfte enttäuscht werden. Der skandinavische Einfluss ist dafür zu stark. Die Entfernung nach Bergen war halt immer schon kürzer als nach Edinburgh…

Natürlich aber gibt es auch Gemeinsamkeiten zwischen den Shetland-Inseln und dem schottischen Mutterland. Zum Beispiel das Top-Thema „Wetter“. Extrem ruhige Tage mit blauem Himmel und malerischen Sonnenuntergängen können auf den Shetland-Inseln binnen weniger Stunden in schwere Stürme umschlagen. Vor allem in den Herbst- und Wintermonaten werden die Inseln aufgrund ihrer exponierten Lage an der Schnittstelle zwischen Nordsee und Atlantik öfters von stürmischen Winden oder Orkanen heimgesucht. Haushohe Wellen brechen sich dann an den spektakulären Klippen, und dramatische Wolkengebilde fegen über den Himmel. Auch das ist auf 60 Grad Nord nichts Ungewöhnliches.

Viel Spaß beim Stöbern, Planen und Träumen wünscht

Lars Schmitz-Eggen