Foula: Wo die Shetland-Inseln Weihnachten zweimal feiern

Foula-Shetland-Inseln_580
Neben wilden Shetland-Ponys leben heute auf Foula noch rund 30 Menschen. Foto: Lars Schmitz-Eggen

Auf Foula, der westlichsten aller bewohnten Shetland-Inseln, scheint die Zeit stillzustehen. Denn hier heißt Weihnachten „Auld Yule“ und wird jedes Jahr am 6. Januar gefeiert. Der Jahreswechsel folgt dann entsprechend vom 12. auf den 13. Januar.

Grund für die altertümliche Zeitrechnung auf Foula ist der Julianische Kalender. Dieser gilt auf der abgelegenen Insel parallel zum Gregorianischen Kalender, nach dem man sich im restlichen Großbritannien und weiten Teilen der Welt richtet.

Hintergrund: Was es mit dem Julianischen Kalender auf sich hat.

Während das Vereinigte Königreich 1752 den Gregorianischen Kalender übernahm, machten die Menschen auf der felsigen, isoliert im Atlantik liegenden Insel den Wechsel nicht mit. Da sich ihre Nachfahren aber heute unter anderem an überregionale Fahrpläne zu halten haben, werden auf Foula mittlerweile beide Kalender angewendet. Insofern feiern die rund 30 Insulaner auf Foula Weihnachten und Neujahr ebenso wie ihre Geburtstage offiziell zweimal im Jahr. Reisenden ist daher dringend zu raten, sich bei der Planung von An- und Abreise vorab genau zu informieren.

„Shetland-Inseln: Der Reiseführer für Entdecker und Liebhaber“ als eBook, immer dabei – auch im Urlaub

Foula: Einst lebten hier 250 Menschen

Insgesamt scheint sich auf Foula sehr viel von der alten Tradition der Shetland-Inseln über die Jahrhunderte gerettet zu haben. Zumindest länger als in anderen Teilen der Inselgruppe. So war bis zum Ende des 18. Jahrhunderts das Altnordisch und nicht etwa Englisch nach wie vor die gängige Sprache auf der Insel. Der Letzte, der diese Sprache noch beherrschte, war Jeannie Ratter (née Manson), die im Jahre 1926 starb.

Damals lebten auf Foula etwa 250 Menschen. Heute sind es etwas mehr als 30. Dennoch wird an eine Auflösung der Gemeinde nicht ernsthaft gedacht. In anderen Teilen Schottlands war dies in der Vergangenheit anders. So verließen 1930 die Bewohner der kleinen, weit im Atlantik gelegenen Hebriden-Insel St. Kilda ihre Heimat. Das Leben auf St. Kilda war im Laufe der Jahrzehnte für sie immer beschwerlicher geworden.

(28.12.2015)