Shetland-Inseln: Wo kann man übernachten?

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„Baltasound Hotel“ im gleichnamigen Ort auf Unst. Foto: Lars Schmitz-Eggen

Wer auf den Shetland-Inseln übernachten will, findet eine große Auswahl vor. Rund 1.800 Betten für Reisende weist die Inselgruppe aktuell auf. Die Quartiere reichen dabei vom Hotel für gehobene Ansprüche über B&B’s oder Guest Houses bis zum einfachen Camping Böd. Natürlich gibt es auch Jugendherbergen – und für Romantiker ist auch was dabei.

Nach wie vor keine Selbstverständlichkeit bei allen Übernachtungsmöglichkeiten auf den Shetland-Inseln sind ein separates Bad und eine eigene Toilette im Zimmer. Sind die Gästezimmer damit ausgestattet, ist von „en suite“ die Rede. Taucht der Begriff nicht auf, ist davon auszugehen, dass diese Räumlichkeiten auf dem Gang für alle Hausgäste gemeinschaftlich zur Verfügung stehen. Das Trinkwasser ist zudem vielfach stark gechlort und wird in der Regel mittels Durchlauferhitzer erwärmt.

Shetland-Inseln für Entdecker und Liebhaber

 

 

 

 

 

 

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Shetland-Inseln: Übernachten in Lerwick

Die höchste Hotel-Dichte weist zweifellos die Insel-Hauptstadt Lerwick auf. Hier konkurrieren gleich mehrere Adressen auf engstem Raum miteinander. Neben Traditionshäusern wie dem „Queen’s Hotel“ oder „The Grand Hotel“ sind hier auch „The Lerwick Hotel“, „Kveldsro House Hotel“ und „The Shetland Hotel“ zu nennen. Allesamt mögen ihre Vor- und Nachteile haben. Zu den Top-Adressen auf den Shetland-Inseln zählen sie derzeit indes nicht.

Wer es anspruchsvoller mag, sollte das „Busta House Hotel“ nahe Brae in Erwägung ziehen. „Shetland-Inseln: Übernachten mit Niveau“ scheint hier das Motto zu sein. Auch das „Herrislea House Hotel“ in der Nähe von Tingwall, das „Sumburgh Hotel“ im Süden des Mainlands oder das in Hillswick (ebenfalls Mainland) gelegene „St. Magnus Bay Hotel“ sind gute Adressen. Jedes dieser Hotels weist einen sehr individuellen Charakter auf und kann eine spannende Geschichte „erzählen“.

Bed-and-Breakfast-Quartiere (B&B’s) gibt es gefühlt unzählige auf den Shetland-Inseln. Ihr Niveau ist sehr unterschiedlich – genau wie die Preise. Ihre Vielzahl – auch auf den Inseln jenseits des Mainlands – machen es gut möglich, das gesamte Archipel zu erkunden: Alle 1 – 2 Tage wird das B&B gewechselt, sodass die Tagesetappen für Ausflüge nicht zu groß werden. Wer sichergehen möchte, bestimmte Standards vorzufinden, kann sich an der Klassifizierung von „Visit Scotland“ orientieren. Eine aktuelle Übersicht bietet zudem „Shetland Visitor“.

Camping Böd: Quartier mit Geschichte

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In Voe steht das „Sail Loft“ zur Verfügung. Foto: Lars Schmitz-Eggen

Wer preiswerte Unterkünfte „mit festem Dach“ auf den Shetland-Inseln sucht, wird ebenfalls fündig. Ein Netz so genannter „Camping Böds“ erstreckt sich über die Inselgruppe und bietet sehr günstige Übernachtungsmöglichkeiten hinter historisch-kulturell interessanten Mauern. Ein paar Beispiele:

  • „Betty Mouats Böd“ an der Südspitze des Mainlands: Hier wohnte in den 1880er-Jahren die gleichnamige Frau. Sie wurde zur lebenden Legende, als sie – ohne seemännische Kenntnis und nur auf sich gestellt – nach einem Unfall in einem offenen Fischerboot quer über die Nordsee bis Norwegen driftete und überlebte.
  • Auf Whalsay befindet sich das „Grieve House Böd“. In diesem Haus wohnte für neun Jahre der Dichter Christopher Grieve (Künstlername: Hugh McDiarmid).
  • „Aith Bank“ auf Fetlar wurde ehemals ebenfalls von einem Künstler bewohnt: Jamsie Laurenson, einem der bekanntesten Geschichtenerzähler der Inseln.
  • Auch das „Johnnie Notions Böd“ ist mit einer lokalen Größe verbunden: Der Mediziner John Williamson – auf der Inseln nur als Johnnie Notions bekannt – lebte und arbeitete hier im 18. Jahrhundert und fand ein Mittel gegen Pocken.
  • Für ein Böd überdurchschnittlich gut ausgestattet ist „The Windhouse Lodge“. Es handelt sich um das einstige Torwächterhaus von Windhouse. Letzteres ist heute nur noch eine Ruine und gilt als die Nummer 1 unter den hiesigen „Spuk-Schlössern“…

Vom Standard liegen die Camping Böds etwa auf demselben Niveau wie eine einfache Jugendherberge. Der Preis pro Bett und Nacht bewegt sich zwischen 8 und 10 Britischen Pfund. Der Reisende muss sich allerdings darauf einstellen, dass es nicht in allen Quartieren Elektrizität oder warmes Wasser gibt.

Zum Netz des internationalen Jugendherbergsverbandes gehört nur eine Herberge auf den Shetland-Inseln an: das Islesburgh House Hostel in Lerwick. Die Herberge befindet sich in einem älteren Wohnhaus, ist innen aber auf einem modernen Stand. So stehen diverse 2- und 4-Bett-Zimmer – zum Teil „en suite“ – zur Verfügung. Zwei Etagen sind speziell für Gäste mit Mobilitätseinschränkung ausgestattet. Das Haus (64 Betten) wurden in den letzten Jahren mehrfach international für seinen Standard und Komfort ausgezeichnet.

Urlaub im Leuchtturm

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Übernachtungsmöglichkeiten werden u.a. im Sumburgh Head Lighthouse angeboten. Foto: Lars Schmitz-Eggen

Romantiker wünschen sich womöglich eine Ferienwohnung in einem alten Leuchtturm. Auf den Shetland-Inseln hat man gleich an mehreren Stellen hierzu die Möglichkeit. Sowohl in Eshaness als auch am Sumburgh Head und auf Bressay kann man jeweils in historischen Leuchtturmanlagen kleine Ferienwohnungen mieten (www.lighthouse-holidays.com). Den Sonnenuntergang allein von den Klippen aus zu genießen, hat aber seinen Preis, denn ohne Pkw sind diese Unterkünfte nicht zu empfehlen – der Weg zum nächsten Shop ist relativ weit.

Shetland-Inseln: Was gibt’s zu sehen?

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Das Rathaus von Lerwick. Foto: Lars Schmitz-Eggen

Auf die Frage, was man auf den Shetland-Inseln unbedingt sehen sollte, gibt es nicht die eine Antwort. Abgesehen davon, dass es sehr stark von den persönlichen Interessen abhängt, spielt auch die zur Verfügung stehende Zeit eine entscheidende Rolle: Befindet man sich auf einer Kreuzfahrt und legt in Lerwick nur einen Stopp für wenige Stunden ein? Unternimmt man die große Schottland-Rundreise und möchte auch die Shetland-Inseln für drei bis vier Tage besuchen? Oder will man sich ganz auf die Shetland-Inseln konzentrieren und hier zum Beispiel zwei Wochen bleiben?

Sehenswürdigkeiten für ein bis zwei Tage

Wer nur ein bis zwei Tage Zeit hat, um die Shetland-Inseln kennenzulernen, sollte als Standort die Hauptstadt Lerwick wählen und von hieraus Exkursionen unternehmen. Abgesehen davon, dass es in Lerwick relativ viele Hotels und B&B’s gibt, ist die Inselhauptstadt auch der Dreh- und Angelpunkt für den regionalen Busverkehr.

In Lerwick selbst bieten sich unter anderem folgende Sehenswürdigkeiten an:

  • Shetland Museum & Archives,
  • Rathaus,
  • Fort Charlotte,
  • Lodberries,
  • Clickimin Broch und
  • Up-Helly Aa-Ausstellung.

Die Ziele in Lerwick sind zum Beispiel ideal für Reisende, die nur einen Tag vor Ort sind oder einen Regentag gestalten möchten. Aufgrund der kurzen Wege lassen sich nahezu alle Ziele bequem zu Fuß erreichen.

Darüber hinaus kann man von Lerwick aus sehr gut auch das südliche Mainland erkunden. Sehenswürdigkeiten sind hier zum Beispiel:

  • Sumburgh Head,
  • Jarlshof,
  • Old Scatness,
  • Croft House Museum,
  • St. Ninian’s Isle und
  • Island of Mousa.

Abgesehen von St. Ninian’s Isle und Mousa liegen alle diese Sehenswürdigkeiten unmittelbar an der A 970. Sie verbindet Lerwick wie eine Art Rückgrat mit dem Süden des Mainlands, wo unter anderem auch der Flughafen Sumburgh liegt. Dies ist nicht zuletzt der Grund, weshalb auf dieser Strecke mehrmals täglich ein Linienbus verkehrt. Bei einigen Abfahrten unternimmt dieser auch Abstecher nach Bigton bzw. Sandwick, sodass die beiden genannten Inseln ebenfalls mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden können.

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Ziele für eine Woche

Wer bis zu einer Woche auf den Shetland-Inseln verweilt, sollte zusätzlich folgende Plätze besuchen:

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Die Ruine von Scalloway Castle. Foto: Lars Schmitz-Eggen

Die Doppelinsel Bressay/Noss liegt direkt vis-à-vis von Lerwick und kann bequem mit der Fähre erreicht werden, die hinter dem „Albert Building“ ablegt. Noss gilt als eines der größten Vogelschutz- und Brutgebiete auf den Shetland-Inseln. Im Sommer lassen sich hier unter anderem Papageitaucher (Puffins), Basstölper und Tordalke, aber auch Raubmöwen beobachten. Eshaness ist wegen seiner imposanten Steilküste in jedem Fall eine Sehenswürdigkeit. Die abgelegene Halbinsel Lunna Ness war einst Heimat des „Shetland Bus“, der norwegischen Widerstandsbewegung gegen Deutschland im Zweiten Weltkrieg. Scalloway – ehemals Hauptstadt der Shetland-Inseln – wartet heute unter anderem mit einer Schlossruine und einem sehr interessanten Museum auf.

Aufenthalt von zwei Wochen

Besucher, die zwei oder mehr Wochen vor Ort sind, können überlegen, ihr Domizil zwischendurch zu wechseln. Dadurch lassen sich zum Beispiel die nördlichen Inseln Yell, Unst und Fetlar intensiver erkunden. Die Transferzeit von/nach Lerwick entfällt.

Fethaland
Point of Fethaland. Foto: Lars Schmitz-Eggen

Abgesehen von den drei Nordinseln lohnen sich auch Ausflüge nach Whalsay oder nach Foula sowie Fair Isle. Während Whalsay mit der Fähre mehrmals täglich zu erreichen ist, sich also für einen Tagesausflug anbietet, erfordern letztgenannte etwas Vorbereitung. Fair Isle und Foula lassen sich per Schiff oder Flugzeug ansteuern. Mit etwas Glück sind mit dem Flugzeug sogar dorthin Tagesausflüge möglich. In jedem Fall sollten man die Flüge aber frühzeitig buchen, da nur wenige Plätze zur Verfügung stehen.

Shetland-Inseln: Wie kommt man hin?

Willkommen in Shetland_580
Wichtiger Hinweis für alle Verkehrsteilnehmer am Ferry Terminal von Lerwick. Foto: Lars Schmitz-Eggen

Der Weg auf die Shetland-Inseln ist zeitintensiv, weit und anstrengend. „Mal eben“ kommt da niemand hin. Insofern wird man dort aber auch nur Reisende treffen, die bewusst ans Nordende des Vereinigten Königreichs gekommen sind. Einen Abstecher auf die Shetland-Inseln, weil man gerade auf einer Rundreise durch Schottland ist, machen – anders als im Falle der Orkney-Inseln – nur sehr wenige. Dafür ist der Ausflug gen Norden zu umständlich und strapaziös.

Per Flugzeug auf die Shetland-Inseln

Der bequemste Weg auf die Shetland-Inseln dürfte das Flugzeug sein. Flybe/Loganair steuern Sumburgh Airport im Süden von Shetlands Mainland mehrmals täglich von Aberdeen, Glasgow, Edinburgh, Inverness und Kirkwall (Orkney-Inseln) aus an. Aberdeen, Glasgow und Edinburgh sind sehr gut auch von Deutschland aus mit Direktflügen zu erreichen. Als Drehscheibe für den Shetland-Verkehr gilt aufgrund der Öl-Industrie die Hafenstadt Aberdeen. Von hier werden die meisten Verbindungen täglich auf dieser Route angeboten.

Mit Flybe auf die Shetland-Inseln_580
Eine Maschine von Flybe wird in Aberdeen für den Flug nach Sumburgh abgefertigt. Foto: Lars Schmitz-Eggen

Flybe/Loganair setzt auf ihren Sumburgh-Strecken Propellermaschinen vom Typ Saab 340 ein. Robuste, sehr enge „Arbeitstiere“, die bis zu 34 Passagieren ein Minimum an Platz bieten. Seit knapp einem Jahr verkehren auf der Strecke zum Teil aber auch größere Maschinen vom Typ Saab 2000. Die Ticketpreise variieren zum Teil stark und ändern sich laufend, sind grundsätzlich aber hoch. Hinzu kommt, dass Flybe/Loganair für Gepäck eine Gebühr erhebt, die zum Ticketpreis hinzugerechnet werden muss.

Wer von Deutschland aus anreist, sollte überlegen, die Flüge komplett über eines der klassischen Booking-Portale wie Expedia zu buchen. Bei einer Anreise zum Beispiel via Amsterdam oder Paris mit KLM bzw. Air France geht der Preis für den Flug nach Sumburgh im Gesamtpreis auf. Unterm Strich könnte das preislich attraktiver sein als zum Beispiel mit Ryanair oder Easyjet günstig nach Edinburgh zu jetten und hier den teuren Inlandsflug auf die Shetland-Inseln dranzuhängen. Auch British Airways bietet phasenweise akzeptable Preise auf ihrer Strecke Hamburg – London – Aberdeen – Sumburgh.

Aus dem Ausland sind die Shetland-Inseln per Direktflug derzeit nur von Bergen (Norwegen) aus zu erreichen. Flybe bietet zwischen dem 14.05.2016 und 27.08.2016 jeweils am Samstagmittag eine Direktverbindung zwischen Sumburgh und der norwegischen Hafenstadt an. Seit Anfang 2015 bedient auch die norwegische Bergen Air Transport diese Strecke. Sie fliegt die Route ganzjährig montags und donnerstags.

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Mit der Fähre Richtung Norden

NorthLink Ferries bedient die Strecke zwischen Lerwick und Aberdeen täglich mit ihren modernen RoRo-Fähren „Hjaltland“ und „Hrossey“. Abfahrt ist in Aberdeen um 17.00 Uhr (via Orkney) bzw. 19.00 Uhr (Direktverbindung). Die Rückfahrt ab Lerwick erfolgt um 17.30 Uhr (via Orkney) bzw. 19.00 Uhr (Direktverbindung). Die Direktverbindungen ab Aberdeen werden montags, mittwochs und freitags angeboten. Von Lerwick geht’s nonstop jeweils dienstags, donnerstags sowie am Samstag und Sonntag gen Aberdeen. An allen anderen Tagen der Woche machen die Fähren sowohl auf der Nord- als auch Südroute einen Stopp in Kirkwall.

Hjetland Ferry
Einlaufen der Fähre aus Aberdeen am frühen Morgen in Lerwick. Foto: Lars Schmitz-Eggen

Über Nacht geht es durch die manchmal raue Nordsee. Das Wetter bzw. der Seegang sind vor allem im Herbst und Winter oftmals Gründe, dass Überfahrten ausfallen oder teilweise um viele Stunden verzögert erfolgen. In den Sommermonaten kommt das kaum vor. Dafür sind zwischen Mai und September oftmals die Kabinenplätze frühzeitig ausgebucht.

Die Preise sind – vermutlich mangels Konkurrenz – angehoben. 2016 muss ein Erwachsener in der Hauptsaison (15.06 bis 31.08.) für die einfache „nackte“ Überfahrt 41 GBP zahlen. Vergünstigte Rückfahrtickets werden nicht angeboten. Wer sein Fahrzeug mitnehmen möchte, zahlt für einen Pkw oder Wohnmobil bis 6 m Länge 146 GBP. Immerhin: Fahrräder können kostenlos mitgenommen werden. Kabinenplätze sind ab 36.50 GBP erhältlich. All diese Preise verstehen sich „one way“.

Der Zwischenstopp in Kirkwall auf den Orkney-Inseln macht’s möglich, beide Inselgruppen in Form einer Rundreise miteinander zu verbinden. Von den Orkneys bietet sich dann die Weiterreise entweder ab Kirkwall nach Aberdeen oder über die Verbindung Stromness – Scrabster (zirka 90 Minuten, mehrmals täglich in beide Richtungen) an.

In Lerwick legen die Aberdeen- bzw. Orkney-Fähren am Holmsgarth Terminal an. Er befindet sich etwas nördlich des Stadtzentrums. Zu Fuß benötigt man vom Market Cross rund 20 Minuten dorthin. Im Terminalgebäude findet der Reisende bereits erste touristische Informationen, einen Wartebereich und Erfrischungsmöglichkeiten.

Ferry Terminal LerwickTipp: Wer noch etwas Zeit hat, sollte sich unbedingt im Holmsgarth Terminal die sehenswerten Glasbilder anschauen (Foto li.). Auf ihnen sind die kulturellen Highlights der Shetland-Inseln zu sehen.

Shetland-Inseln: Wann ist die beste Reisezeit?

Beste Reisezeit Shetland-Inseln
Laut Statistik verspricht der Mai das beste – sprich: trockenste – Wetter für eine Reise auf die Shetland-Inseln. Foto: Lars Schmitz-Eggen

Wer meint, die Shetland-Inseln sind ein besonders kalter und nasser Platz in Europa, der irrt. Regen und Nebel gibt es hier zwar in der Tat zu jeder Reisezeit: Der durchschnittliche Jahresniederschlag beträgt etwa 1.220 Millimeter. Im Hamburg sind es zum Vergleich „nur“ zirka 730 Millimeter. Doch vielleicht tröstet es, wenn man sich den Hinweis von Visit Shetland zu Herzen nimmt, wonach Fort William (westliche Highlands) angeblich doppelt so viel Niederschlag zu verzeichnen hat.

Wer den Winter als Reisezeit ins Auge fasst, kann beruhigt sein: Die Temperaturen sind auf den Shetland-Inseln weitaus moderater, als manch Fremder meint. Die Nähe zum Meer sorgt dafür, dass harter Frost weitgehend unbekannt ist. Gleichwohl kann er natürlich vorkommen. So sank die Temperatur im Januar 2010 bis auf –8,9 Grad Celsius. Doch das sind ausnahmen, und Schnee bleibt selten länger als einige wenige Tage liegen. Der Februar gilt als der kälteste Monat; durchschnittlich zeigt das Thermometer dann aber immer noch +3,1 Grad Celsius an. Frost ist jährlich nur an etwa 15 Tagen zu erwarten. Das ist überraschend wenig und liegt etwa auf demselben Niveau wie das britische „Sonnenparadies“ Cornwall im Süden Englands.

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Der Mai ist eine gute Reisezeit

Erfahrungsgemäß ist der Mai eine gute Reisezeit, um einen vergleichsweise trockenen Urlaub auf den Shetland-Inseln zu verleben. In diesen Wochen kann mit mehr als 160 Sonnenstunden gerechnet werden – so viel wie in keiner anderen Zeit des Jahres! Und mit durchschnittlich 56 Millimetern Niederschlag ist der Mai zudem der trockenste Monat. An Badeurlaub ist hier – trotz einiger „Bilderbuch-Strände“ – gleichwohl in keinem Monat ernsthaft zu denken. Die Wassertemperatur von Nordsee bzw. Atlantik beträgt selbst im August kaum mehr als 13 Grad Celsius.

Aufgrund der nördlichen Lage herrscht in der Reisezeit von Mitte Mai bis Mitte Juli der so genannte „Simmer Dim“, in Skandinavien als Mittsommernacht bekannt. Das heißt, die Sonne sinkt nur für einige wenige Stunden knapp unter den Horizont. Was bleibt, ist eine Dämmerung. Nachts wird es auf den Shetland-Inseln in diesen Wochen also nicht wirklich dunkel. Bei schönem Wetter kann das bedeuten, dass fast 19 Stunden Sonnenschein am Stück herrschen.

Seenebel kann Flugverkehr behindern

Grundsätzlich gelten April bis August als die besten Reisemonate. In dieser Zeit ist es auch eher unwahrscheinlich, von einem der für die Shetland-Inseln typischen Stürme betroffen zu sein. Die durchschnittliche Windgeschwindigkeit im Jahr ist Stärke 4, was 15 km/h entspricht. Im Winter ziehen Stürme über die Shetland-Inseln, die durchaus (Orkan-)Stärke 12 erreichen. Doch auch zwischen April und September können stürmische Winde („Gales“) innerhalb kürzester Zeit aufkommen. Wer sich zu Küstenwanderungen aufmacht, sollte dies stets bedenken.

Allerdings tritt ein für die Shetland-Inseln typisches Problem hauptsächlich in den Sommermonaten auf: Seenebel. Er beschränkt sich in der Regel auf die Ostküste bzw. der dem Wind zugewandten Seiten der Berge, kann dafür aber langanhaltend sein und den Flugverkehr (!) behindern. Empfindliche Verspätungen oder gar Umbuchungen auf die Fähre nach Aberdeen müssen einkalkuliert werden.

Wetter-Links für die Shetland-Inseln: