Shetland-Inseln: Wo kann man übernachten?

Baltasound Hotel 2012_580
„Baltasound Hotel“ im gleichnamigen Ort auf Unst. Foto: Lars Schmitz-Eggen

Wer auf den Shetland-Inseln übernachten will, findet eine große Auswahl vor. Rund 1.800 Betten für Reisende weist die Inselgruppe aktuell auf. Die Quartiere reichen dabei vom Hotel für gehobene Ansprüche über B&B’s oder Guest Houses bis zum einfachen Camping Böd. Natürlich gibt es auch Jugendherbergen – und für Romantiker ist auch was dabei.

Nach wie vor keine Selbstverständlichkeit bei allen Übernachtungsmöglichkeiten auf den Shetland-Inseln sind ein separates Bad und eine eigene Toilette im Zimmer. Sind die Gästezimmer damit ausgestattet, ist von „en suite“ die Rede. Taucht der Begriff nicht auf, ist davon auszugehen, dass diese Räumlichkeiten auf dem Gang für alle Hausgäste gemeinschaftlich zur Verfügung stehen. Das Trinkwasser ist zudem vielfach stark gechlort und wird in der Regel mittels Durchlauferhitzer erwärmt.

Shetland-Inseln für Entdecker und Liebhaber

 

 

 

 

 

 

„Shetland-Inseln: Der Reiseführer für Entdecker und Liebhaber“ als eBook, immer dabei – auch im Urlaub

Shetland-Inseln: Übernachten in Lerwick

Die höchste Hotel-Dichte weist zweifellos die Insel-Hauptstadt Lerwick auf. Hier konkurrieren gleich mehrere Adressen auf engstem Raum miteinander. Neben Traditionshäusern wie dem „Queen’s Hotel“ oder „The Grand Hotel“ sind hier auch „The Lerwick Hotel“, „Kveldsro House Hotel“ und „The Shetland Hotel“ zu nennen. Allesamt mögen ihre Vor- und Nachteile haben. Zu den Top-Adressen auf den Shetland-Inseln zählen sie derzeit indes nicht.

Wer es anspruchsvoller mag, sollte das „Busta House Hotel“ nahe Brae in Erwägung ziehen. „Shetland-Inseln: Übernachten mit Niveau“ scheint hier das Motto zu sein. Auch das „Herrislea House Hotel“ in der Nähe von Tingwall, das „Sumburgh Hotel“ im Süden des Mainlands oder das in Hillswick (ebenfalls Mainland) gelegene „St. Magnus Bay Hotel“ sind gute Adressen. Jedes dieser Hotels weist einen sehr individuellen Charakter auf und kann eine spannende Geschichte „erzählen“.

Bed-and-Breakfast-Quartiere (B&B’s) gibt es gefühlt unzählige auf den Shetland-Inseln. Ihr Niveau ist sehr unterschiedlich – genau wie die Preise. Ihre Vielzahl – auch auf den Inseln jenseits des Mainlands – machen es gut möglich, das gesamte Archipel zu erkunden: Alle 1 – 2 Tage wird das B&B gewechselt, sodass die Tagesetappen für Ausflüge nicht zu groß werden. Wer sichergehen möchte, bestimmte Standards vorzufinden, kann sich an der Klassifizierung von „Visit Scotland“ orientieren. Eine aktuelle Übersicht bietet zudem „Shetland Visitor“.

Camping Böd: Quartier mit Geschichte

Sail Loft Voe_580
In Voe steht das „Sail Loft“ zur Verfügung. Foto: Lars Schmitz-Eggen

Wer preiswerte Unterkünfte „mit festem Dach“ auf den Shetland-Inseln sucht, wird ebenfalls fündig. Ein Netz so genannter „Camping Böds“ erstreckt sich über die Inselgruppe und bietet sehr günstige Übernachtungsmöglichkeiten hinter historisch-kulturell interessanten Mauern. Ein paar Beispiele:

  • „Betty Mouats Böd“ an der Südspitze des Mainlands: Hier wohnte in den 1880er-Jahren die gleichnamige Frau. Sie wurde zur lebenden Legende, als sie – ohne seemännische Kenntnis und nur auf sich gestellt – nach einem Unfall in einem offenen Fischerboot quer über die Nordsee bis Norwegen driftete und überlebte.
  • Auf Whalsay befindet sich das „Grieve House Böd“. In diesem Haus wohnte für neun Jahre der Dichter Christopher Grieve (Künstlername: Hugh McDiarmid).
  • „Aith Bank“ auf Fetlar wurde ehemals ebenfalls von einem Künstler bewohnt: Jamsie Laurenson, einem der bekanntesten Geschichtenerzähler der Inseln.
  • Auch das „Johnnie Notions Böd“ ist mit einer lokalen Größe verbunden: Der Mediziner John Williamson – auf der Inseln nur als Johnnie Notions bekannt – lebte und arbeitete hier im 18. Jahrhundert und fand ein Mittel gegen Pocken.
  • Für ein Böd überdurchschnittlich gut ausgestattet ist „The Windhouse Lodge“. Es handelt sich um das einstige Torwächterhaus von Windhouse. Letzteres ist heute nur noch eine Ruine und gilt als die Nummer 1 unter den hiesigen „Spuk-Schlössern“…

Vom Standard liegen die Camping Böds etwa auf demselben Niveau wie eine einfache Jugendherberge. Der Preis pro Bett und Nacht bewegt sich zwischen 8 und 10 Britischen Pfund. Der Reisende muss sich allerdings darauf einstellen, dass es nicht in allen Quartieren Elektrizität oder warmes Wasser gibt.

Zum Netz des internationalen Jugendherbergsverbandes gehört nur eine Herberge auf den Shetland-Inseln an: das Islesburgh House Hostel in Lerwick. Die Herberge befindet sich in einem älteren Wohnhaus, ist innen aber auf einem modernen Stand. So stehen diverse 2- und 4-Bett-Zimmer – zum Teil „en suite“ – zur Verfügung. Zwei Etagen sind speziell für Gäste mit Mobilitätseinschränkung ausgestattet. Das Haus (64 Betten) wurden in den letzten Jahren mehrfach international für seinen Standard und Komfort ausgezeichnet.

Urlaub im Leuchtturm

Sumburgh Head Lighthouse_580
Übernachtungsmöglichkeiten werden u.a. im Sumburgh Head Lighthouse angeboten. Foto: Lars Schmitz-Eggen

Romantiker wünschen sich womöglich eine Ferienwohnung in einem alten Leuchtturm. Auf den Shetland-Inseln hat man gleich an mehreren Stellen hierzu die Möglichkeit. Sowohl in Eshaness als auch am Sumburgh Head und auf Bressay kann man jeweils in historischen Leuchtturmanlagen kleine Ferienwohnungen mieten (www.lighthouse-holidays.com). Den Sonnenuntergang allein von den Klippen aus zu genießen, hat aber seinen Preis, denn ohne Pkw sind diese Unterkünfte nicht zu empfehlen – der Weg zum nächsten Shop ist relativ weit.