Shetland-Inseln: Wann ist die beste Reisezeit?

Beste Reisezeit Shetland-Inseln
Laut Statistik verspricht der Mai das beste – sprich: trockenste – Wetter für eine Reise auf die Shetland-Inseln. Foto: Lars Schmitz-Eggen

Wer meint, die Shetland-Inseln sind ein besonders kalter und nasser Platz in Europa, der irrt. Regen und Nebel gibt es hier zwar in der Tat zu jeder Reisezeit: Der durchschnittliche Jahresniederschlag beträgt etwa 1.220 Millimeter. Im Hamburg sind es zum Vergleich „nur“ zirka 730 Millimeter. Doch vielleicht tröstet es, wenn man sich den Hinweis von Visit Shetland zu Herzen nimmt, wonach Fort William (westliche Highlands) angeblich doppelt so viel Niederschlag zu verzeichnen hat.

Wer den Winter als Reisezeit ins Auge fasst, kann beruhigt sein: Die Temperaturen sind auf den Shetland-Inseln weitaus moderater, als manch Fremder meint. Die Nähe zum Meer sorgt dafür, dass harter Frost weitgehend unbekannt ist. Gleichwohl kann er natürlich vorkommen. So sank die Temperatur im Januar 2010 bis auf –8,9 Grad Celsius. Doch das sind ausnahmen, und Schnee bleibt selten länger als einige wenige Tage liegen. Der Februar gilt als der kälteste Monat; durchschnittlich zeigt das Thermometer dann aber immer noch +3,1 Grad Celsius an. Frost ist jährlich nur an etwa 15 Tagen zu erwarten. Das ist überraschend wenig und liegt etwa auf demselben Niveau wie das britische „Sonnenparadies“ Cornwall im Süden Englands.

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Der Mai ist eine gute Reisezeit

Erfahrungsgemäß ist der Mai eine gute Reisezeit, um einen vergleichsweise trockenen Urlaub auf den Shetland-Inseln zu verleben. In diesen Wochen kann mit mehr als 160 Sonnenstunden gerechnet werden – so viel wie in keiner anderen Zeit des Jahres! Und mit durchschnittlich 56 Millimetern Niederschlag ist der Mai zudem der trockenste Monat. An Badeurlaub ist hier – trotz einiger „Bilderbuch-Strände“ – gleichwohl in keinem Monat ernsthaft zu denken. Die Wassertemperatur von Nordsee bzw. Atlantik beträgt selbst im August kaum mehr als 13 Grad Celsius.

Aufgrund der nördlichen Lage herrscht in der Reisezeit von Mitte Mai bis Mitte Juli der so genannte „Simmer Dim“, in Skandinavien als Mittsommernacht bekannt. Das heißt, die Sonne sinkt nur für einige wenige Stunden knapp unter den Horizont. Was bleibt, ist eine Dämmerung. Nachts wird es auf den Shetland-Inseln in diesen Wochen also nicht wirklich dunkel. Bei schönem Wetter kann das bedeuten, dass fast 19 Stunden Sonnenschein am Stück herrschen.

Seenebel kann Flugverkehr behindern

Grundsätzlich gelten April bis August als die besten Reisemonate. In dieser Zeit ist es auch eher unwahrscheinlich, von einem der für die Shetland-Inseln typischen Stürme betroffen zu sein. Die durchschnittliche Windgeschwindigkeit im Jahr ist Stärke 4, was 15 km/h entspricht. Im Winter ziehen Stürme über die Shetland-Inseln, die durchaus (Orkan-)Stärke 12 erreichen. Doch auch zwischen April und September können stürmische Winde („Gales“) innerhalb kürzester Zeit aufkommen. Wer sich zu Küstenwanderungen aufmacht, sollte dies stets bedenken.

Allerdings tritt ein für die Shetland-Inseln typisches Problem hauptsächlich in den Sommermonaten auf: Seenebel. Er beschränkt sich in der Regel auf die Ostküste bzw. der dem Wind zugewandten Seiten der Berge, kann dafür aber langanhaltend sein und den Flugverkehr (!) behindern. Empfindliche Verspätungen oder gar Umbuchungen auf die Fähre nach Aberdeen müssen einkalkuliert werden.

Wetter-Links für die Shetland-Inseln: